Kategorie-Archiv: Recherchevermeidung

Vorratsdatenspeicherung ist ein Angriff auf Recherchejournalismus

Foto: Pixabay
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Der Bundestag hat am Freitag den umstrittenen Regierungsentwurf für eine neue Vorratsdatenspeicherung durchgewunken:  In der namentlichen Abstimmung haben 404 Abgeordnete für die neue Vorratsdatenspeicherung votiert, 148 waren dagegen bei 7 Enthaltungen. PolitikerInnen der Opposition wie Renate Künast von B’90/Die Grünen werfen der Regierung vor,  „alle in dieser Bundesrepublik zu Verdächtigen“ zu machen. Alle drei, vier Minuten werde von jedem mit einem Handy festgestellt, wo er oder sie sich aufhalte. Dies habe selbst Orwell in 1984 nicht absehen können. Außerdem habe niemand die Frage der Datensicherheit nach Snowden beantwortet. Niemand könne ausschließen, dass etwa Geheimdienste wie die NSA Zugang hätten.

Auch die Journalistenverbände wie z.B. der Deutsche Journalisten Verband (DJV) kritisieren das Gesetz scharf. Es schwächt den Informantenschutz und das Redaktionsgeheimnis. Denn Whistleblower und InformantInnen können sich künftig bei Anrufen oder Kontaktaufnahmen mit Redaktionen nicht mehr sicher sein, ob sie dabei nicht beobachtet und getrackt werden. Das schränkt die Presse- und Informationsfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland massiv ein. Medienjournalist und Blogger Richard Gutjahr bezeichnet das Gesetz denn auch  als einen der „größten Eingriffe in die Grundrechte der Bürger seit Bestehen der Bundesrepublik“.

Recherche-Desaster mit Schoko-Diät

Foto: Hiero/pixelio.de
Foto: Hiero/pixelio.de

Ein Medien-Experiment zweier arte-JournalistInnen führt vor allem die Boulevardpresse vor, und das nicht nur hierzulande. Mit großem Aufwand fälschten sie eine wissenschaftliche Studie, derzufolge Schokolade gar kein Dickmacher sei, sondern im Gegenteil bei Diäten helfe und den sogenannten Jojo-Effekt verhindere. Die taz beschreibt das Vorgehen:

Dahinter stecken die Journalisten Diana Löbl und Peter Onneken. Sie haben sich die Story ausgedacht, spielten selbst in weißen Kitteln Ernährungsforscher, bauten eine mies gemachte Institutswebseite. Mit 15 Probanden führten sie die vermeintliche Studie durch. Ein völlig sinnfreies Design. Ihr Ziel: Ergebnisse. Egal wie. Ihre Frage: Schaffen es die Ergebnisse dennoch in die Medien?

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BamS und der Weihnachtsmarkt: Wenn die Recherche baden geht …

bamsEine Geschichte ist dann eine journalistische Geschichte, wenn sie auf Fakten beruht, die von Journalisten recherchiert und von jedermann nachprüfbar sind. Das Weihnachtsmärchen, das die Bild am Sonntag auftischt, ist keine journalistische Geschichte. Es ist eine peinliche Geschichte, die davon erzählt, wie Medien zu Fremdenhass und Intoleranz beitragen können, wenn sie sich die Recherche sparen.

Die Bild am Sonntag (BamS) sieht das Abendland in Gefahr: Continue reading