ZDF: Sparkassen-Recherche

ZDF_Frontal21Gutes Beispiel für eine intensive Recherche: Viele Sparkassen und demnächst auch die Postbank erheben auf einmal Gebühren für Leistungen, die jahrelang kostenlos waren. Begründet wird dies mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Recherchen des ZDF-Politmagazins Frontal 21 ergeben aber ein völlig anderes Bild: Auch und gerade in Zeiten niedriger Zinsen haben die Sparkassen hierzulande satte Profite gerade mit dem Zinsgeschäft gemacht. Seit der Finanzkrise 2008 sind diese Profite sogar noch stark gestiegen. Was allerdings auch steigt: Die Gehälter und Boni der Sparkassen-Vorstände. Doch damit sollen die Gebührenerhöhungen selbstverständlich nichts zu tun haben …

Ein kleines Lehrstück darüber, dass die spannendsten Recherchestücke häufig im Wirtschaftsjournalismus zu finden sind. Der Beitrag ist in der ZDF-Mediathek zu sehen:

Frontal21: Gierige Sparkassen

Guter Service: Das ZDF stellt auch das Manuskript zu dem Beitrag online:

Manuskript: Gierige Sparkassen

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Recherchieren mit Drohnen

Drohnenverbot auf Burg Hohenzollern (Foto: eigen)
Drohnenverbot auf Burg Hohenzollern (Foto: eigen)

Wer die Burg Hohenzollern im Schwäbischen besuchen will, dem fällt am Kassenhäuschen ein eigenartiges Schild auf: „UAS“-Verbot. Gemeint sind Drohnenflüge über dem mittelalterlichen Gemäuer. Dabei sind Drohnen, gerade wenn sie mit Kameras ausgestattet sind, ein hervorragendes Recherchetool. Schließlich kann man damit spielend und kostengünstig Hindernisse überwinden und damit in Bereiche hineinsehen, die vormals hermetisch abgeriegelt waren. Allerdings sind dabei einige rechtliche Fallstricke zu beachten, um nicht in Turbulenzen zu geraten. Continue reading

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Verstößt Wikileaks gegen die Pressefreiheit?

Wikileaks_rubon32Journalisten lieben Wikileaks. Eigentlich. Denn die Enthüllungsplattform Wikileaks hat in den vergangenen Jahren schon für einige echte „Scoops“ gesorgt: Die Afghan War Diarys und der Iraq War Logs waren öffentlichkeitswirksame Knüller, die ihre Wirkung auf die internationale Politik nicht verfehlt haben.

Aktuell hat Wikileaks die Email-Datenbank des US Democratic National Committee, also der Demokratischen Partei, veröffentlicht. Daraus soll hervorgehen, dass die Parteispitze im parteiinternen Wahlkampf einseitig Hilary Clinton gegenüber ihrem Konkurrenten Bernie Sanders bevorzugt haben soll. Die Parteichefin ist bereits zurückgetreten. Auch in diesem Fall stürzt sich die deutsche Presse begierig auf die Enthüllungen.

Es gibt allerdings Gründe, warum Journalisten in diesem Fall zurückhaltender sein sollten, was die Veröffentlichung dieses „Leaks“ angeht. Denn unter diesen Emails sind viele Mails, die Journalistenanfragen an die Demokratische Partei enthalten, etwa von RedakteurInnen der Washington Post oder des populären Politblogs Politico. Und auch die entsprechenden Email-Antworten sind zum Teil in der Datenbank recherchierbar. Das dies einen fundamentalen Eingriff in die Pressefreiheit darstellt, liegt auf der Hand.

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Office für Mac jetzt mit Add-Ins

Add-Ins (wie hier die Websuche) laufen im Office parallel
Add-Ins (wie hier die Websuche) laufen im Office parallel

Lange hinkte das Microsoft Office-Paket, der Standard unter den Büroanwendungen, in der Mac-Version dem Windows-Pendant hinterher. Das schränkte auch die Recherchemöglichkeiten für Journalisten ein.

Nun hat Microsoft in einem wesentlichen Punkt nachgebessert: Seit neuestem können auch am Apple-Macintosh-Rechner die unter Windows bekannten Add-Ins hinzugeladen werden. Damit ist es innerhalb des Programms möglich, direkt Wörter nachzuschlagen, Bilder zu suchen, komplexere Webabfragen zu starten oder Personen zu recherchieren. Es gibt auch eine ganze Reihe von Formatierhilfen als Add-Ins, zum Beispiel 3D-Charts für die Tabellenkalkulation Excel oder Umrechner für Währungen.

Die Add-Ins lassen sich über einen eigenen Add-Ins-Store beziehen und auf diese Weise im eigenen Office-Paket installieren.

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Schutz für Whistleblower

dog-whistle-280807_960_720Whistleblower haben einen schweren Stand: In der Öffentlichkeit haben Aufklärer wie Edward Snowden einen guten Ruf, aber rechtlich und beruflich ergeht es ihnen oft schlecht. Verlust des Arbeitsplatzes oder drohende langwierige rechtliche Auseinandersetzungen machen es nicht sehr attraktiv, gesellschaftlich relevante Interna auszuplaudern. Während stattliche Institutionen eine Informationspflicht haben und mit den neuen Informationsfreiheitsgesetzen der Bürger diese auch juristisch durchsetzen kann, sind Infos aus der Wirtschaftswelt immer noch nur schwer zu ergattern. Ohne Whistleblower wären viele Skandale unentdeckt geblieben.

Nun haben auch die Justizminister der deutschen Bundesländer das erkannt. Auf ihrer 87. Konferenz Anfang Juni in Nauen (Brandenburg) haben sie die Bundesregierung aufgerufen, das 2013 im Koalitionsvertrag genannte Thema noch in dieser Legislaturperiode aufzugreifen. Angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung von frühzeitigen Hinweisen auf Missstände in Unternehmen, Behörden und Organisationen und im Hinblick auf internationale Vorgaben solle die Bundesregierung prüfen, „ob der Schutz von Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern einer gesetzlichen Regelung bedarf“.

Der Aufruf der Justizminister geht auf eine gemeinsame Initiative von Brandenburg und Niedersachsen zurück. „Whistleblower leisten der Gesellschaft mit ihrem Engagement und Zivilcourage wichtige Dienste“, so zitiert die Fachzeitschrift Journalist Brandenburgs Justizminister Stefan Ludwig. Er freue sich daher über die Entscheidung der Länder, für einen besseren Schutz einzutreten. Aus Sicht von Brandenburg gibt es für Whistleblower wegen der derzeit fehlenden gesetzlichen Regelung keine Rechtssicherheit. Sie könnten nur im Nachhinein durch Arbeitsgerichte feststellen lassen, ob ihr Handeln rechtmäßig war.

Ähnlich äußert sich laut Journalist auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty: „Wenn Mitarbeiter ihren Job verlieren, weil sie im Unternehmen auf Straftaten hinweisen, läuft etwas schief im Land.“ Deutschland brauche „klare Regeln für Whistleblower, daher fordern wir die Bundesregierung auf, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen“, so Kutschaty.

Innerhalb der EU haben von den 28 Mitgliedsstaaten derzeit fünf eine gesetzliche Regelung, die Whistleblowern einen gewissen Schutz bietet: Großbritannien, Irland, Luxemburg, Rumänien und Slowenien. Die EU-Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz hat vor diesem Hintergrund einen neuerlichen Vorstoß gemacht, eine EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern zu schaffen, wie der Journalist zu berichten weiß.

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„Panama-Papers“ komplett im Netz

Bildschirmfoto 2016-05-10 um 19.02.24Einen guten Monat, nachdem die Süddeutsche Zeitung erstmals die „Panama Papers“ öffentlich gemacht hat, hat nun die internationale Rechercheorganisation ICIJ die Rohdaten zu hunderttausenden Briefkastenfirmen online gestellt. Die „Offshore Leaks Database“ ist eine interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen. Persönliche Daten sind in dieser Datenbank nicht enthalten.

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) ist ein weltweites Netzwerk von über 190 investigativen Journalisten in mehr als 65 Ländern, die bei intensiven investigativen Recherchen kollaborieren. Sie werden dabei von Computerspezialisten, Juristen und Fact-Checkern unterstützt.

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CLIQZ: Neue Suchmaschine will Suchmaschinen vermeiden

cliqz_browserEs gibt eine neue Suchmaschine. Diese Neuigkeit ist noch keine Sensation, denn es gibt tatsächlich neben und jenseits von Google noch Myriaden anderer search engines: Wissenschaftler haben an die 500.000 Suchinstrumente horizontaler, vertikaler, semantischer und anderer Art für das Internet gezählt.

CLIQZ ist anders. Erstmal ist CLIQZ ein Internetbrowser, der auf der open source-Entwicklung Firefox basiert und entsprechend flott rendert und arbeitet. In diesen Browser ist ein Suchalgorithmus integriert, und zwar so, dass man schon bei der Eingabe von Suchwörtern ins Adressfeld Ergebnisse angezeigt bekommt. Das machen zwar andere Suchmaschinen, allen voran Google, auch: Folgt man diesen autocomplete-Einträgen, landet man aber erstmal auf der Ergebnisseite der Suchmaschine. Bei CLIQZ werden dagegen direkt die Links zu den Ergebnisseiten unter dem Eingabefeld angezeigt, man spart sich also im Idealfall den Umweg über die Suchmaschinenseite. In vielen Fällen versucht CLIQZ, auch direkt Antwort zu geben, etwa wenn man nach „Wetter in Köln“ oder „Kinoprogramm in Berlin“ fragt. Semantische Suche wird so etwas genannt, weil die hinter CLIQZ steckende Suchmaschine versucht, die Frage „zu verstehen“. Die CLIQZ-Macher verfolgen einen Human-Web-Ansatz, d.h. die Antwortvorschläge basieren vor allem darauf, was andere CLIQZ-Nutzer für relevant halten. Continue reading

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„Benennen, blossstellen, ins Gefängnis werfen“

Anas Aremeyaw Anas TED„Benennen, blossstellen, ins Gefängnis werfen“, das ist das Arbeits- und Lebensmotto des Ghanaischen Enthüllungsjournalisten Anas Aremeyaw Anas. Die Neue Züricher Zeitung nennt ihn den „James Bond des afrikanischen Journalismus“.

„Enthüllung“ ist bei Anas ein irreführendes Wort, denn er selbst tritt ausschließlich mit Kapuzenpullis und mit Perlenketten vor dem Gesicht in der Öffentlichkeit auf, um seine Identität zu schützen.

Zwei Jahre lang haben Anas und sein Team 180 Justizbeamte mit versteckter Kamera dabei gefilmt, wie sie sich bestechen liessen. Unter ihnen sind 34 Richter, 12 davon vom obersten ghanesischen Gerichtshof. Anas gab sich als Nahestehender von Angeklagten aus und bot Gegenleistungen für ein mildes Urteil an. Geldbeträge wechseltendie Hand, einmal auch eine Ziege. Continue reading

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